"Gefühle sind der Klebstoff, der uns zusammenhält. Sie sind also alles andere als überflüssig. Sie sind auch nicht per se schädlich, lästig, primitiv oder halten vom Eigentlichen und Wesentlichen ab wie viele Philosophen sich und andere haben einreden wollen. Natürlich können Gefühle einem <<auf den Geist gehen>>. Zu starke GEfühle hindern leicht am Denken. Wenn ich mich stark angegriffen fühle, fallen mir oft keine guten Argumente ein, sie kommen mir später in den Sinn, wenn ich mich beruhigt habe und sie mir nichts mehr nützen. Wenn ich in der Schule meine große Liebe angeschmachtet habe, fiel mir gar nichts anderes mehr ein, und gewiss ging mir kein Latein in den Kopf. Aber selbst wenn wir sie uns oft fortwünschen - ein Leben ohne Gefühle wäre eine Katastrophe. Es ist besser von Freude <<ergriffen>>, vom Zorn <<gepackt>> und von Eifersucht <<geschüttelt>> zu werden, als alle diese verhexenden Elixiere unseres Daseins nicht zu kosten." (Richard David Precht)